Das Pro-Prokrastination-Buch

„Ach, komm. Das mache ich morgen.“
Ein Buch für langweilige Streber und Workaholics, die es satt sind so zu sein, wie sie sind.

Epilog

Das Buch für Menschen, die nicht prokrastrinieren können. Menschen, denen das Gen zum Faulenzen fehlt und denen es beim Anblick von freudestrahlenden Sonnenanbetern um 17:30 im Stadtpark schlecht wird. Diese Menschen brauchen Hilfe. Meine Hilfe, denn ich kann Langeweile. Zur Not auch coachen. Ich kann Ihnen beibringen, was Sie tun müssen, um sich wirklich völlig zu prokrastinieren. Dieses Buch soll ein Helfer sein, eine Mikro-Bibel für die Entschlossenen. Mikro, weil ich keine Lust habe ein ganzes Buch zu schreiben. Wenn ich ehrlich bin, habe ich nicht einmal Lust diesen Absatz hier zu schreiben, aber ich finde die Idee so gut, dass ich trotzdem weiter mache. Hatte ich schon erwähnt, dass ich das hier in WordPress einhacke? Ein tolles Buchschreibe-Programm, sage ich. Hast du überhaupt noch den Faden, den ich verloren habe? Ich Duze, ja. Weil ich es für lässiger halte. Vielleicht wird es doch gar kein Buch, weil ich zu faul bin. Hm. Das habe ich jetzt schon zweimal geschrieben. Siehst du, ich versuche mich selbst aufzuhalten. Und das wird ein Thema sein, von dem du, ich schreibe du ab jetzt auch klein, weil es mir an jeglichem Respekt mangelt und es laut neuer oder alter oder mittlerer Rechtschreibereform so oder so so geschrieben wird, profitieren kannst. Eine Broschüre. Ein Flyer. Ja. Ein Flyer reicht. Ich muss nämlich nochmal eben weg.

Kapitel 1 – Weil … Kapitel braucht man in einem Buch?

Ein Jahr später. Ich sitze wieder an dem Artikel. Fangen wir mal leicht an und kommen dennoch zum Eingemachten. Es ist kein Wunder, dass du so strebsam bist und dich jeden Tag verausgabst, wenn du absoluter Freak es schaffst um sechs Uhr, das dies eine sehr frühe Zeit ist, merkt man daran, dass man die Zahl grammatikalisch noch ausschreiben muss, aufstehst. Wenn du diese Angewohnheit etwas nach oben korrigieren würdest, ganz gleich, ob du zur Arbeit musst oder nicht, und zu normalen Uhrzeiten, sagen wir 13 Uhr, hier spart man Satzzeichen schon beim Schreiben, aufstehst, hast du noch den besten Teil des Tages vor dir: Den Mittagsschlaf. Butter bei die Fische. Gehen wir es richtig an. Du fragst dich jetzt sicher: „Wie bleibe ich am besten liegen?“ Aber ich muss eben innehalten, denn ich merke grade: eigentlich ist es nicht ein Jahr später, sondern satte 4 Jahre. Bin grade ein bisschen stolz.

Richtig liegen bleiben

Da gibt es verschiedene Ansichten. Die einen hauen gerne alle fünf Minuten den Wecker kaputt, um dann nachher ein total schlechtes Gewissen zu haben, die anderen schalten ihn auf „snooze“ und werden nach 15 Minuten schweißgebadet wach und rennen zum Schrank, Klamotten an, Haustür, Auto und dann schlecht gelaunt und stinkend zur Arbeit. Die Kollegen werden es dir danken, dass du noch pünktlich warst, weil die 15 Minuten es ja ausgemacht haben und du nicht duschen hättest können. Nein. Das wäre nicht mehr drin gewesen. Und ich sage: Doch. Und das ist der erste Schritt. Egal, wie hart man verschläft, mach dein Aufwach-Programm. Knallhart prokrastinieren. Der Tag ist noch lang genug. Sagen wir, dass der Standard ist um acht auf der Arbeit zu sein. Du wachst um 7:45 auf und musst noch 15 Minuten mit der Bahn fahren um dort anzukommen. Jetzt nimmst du nicht die Beine in die Hand, sondern machst dir erstmal einen Kaffee. Oder drehst dich, wenn du schon fortgeschritten bist, einfach nochmal um. Dann gehst du duschen, denn keiner will einen stinkenden Freggel mit Augenringen neben sich sitzen haben. Du wärst also den gesamten Tag die meist ignorierte und umschifftesteste (hier hätte ich ein besseres Wort finden können, aber ey … faul halt) Person. Wenn du das gemacht hast, machst du Frühstück und entspannst unter der Dusche, während die 8:15 Stau-Schau gerade ausklingt. Dann gehst du zur Bahn und bist um 8:30 auf der Arbeit.

Im Büro

Den Spruch: „Sorry, bin heute etwas später.“ kannst du dir sparen, denn es wird niemand merken, da alle gerade noch mit Kaffeetrinken beschäftigt sind. Es arbeitet niemand vor halb 9, es sei denn irgendwo brennt es und du arbeitest in der Feuerwache – in dem Fall sind aber gerade eh alle unterwegs und du kannst dir noch ein Brötchen schmieren oder in den Kraftrau … vergiss den Kraftraum!!! Aber hey: Es brennt grundsätzlich in keinem Büro.

Wenn man etwas heute nicht so super macht, wie sonst, geht die Welt nicht unter. Also locker bleiben und nicht diesen künstlichen Druck, den sich alle selber auferlegen mitnehmen und sich womöglich noch aufbürden und tragen. Tragen. Das wäre anstrengend. Sein lassen. Worauf ich hinaus will: Jeder Job ist unwichtig, auch wenn es hier mit Sicherheit Ausnahmen gibt – ein Arzt sollte dieses Buch hier eigentlich nicht lesen. Hallo Arzt. Verbrennen Sie bitte dieses Buch. Danke. :)

Seele

Einfach mal die Seele baumeln lassen ist gerade noch nicht drin? Gehen wir mal davon aus, dass du einen Job hast. Du musst also früh raus, weil du gerne etwas essen möchtest und dir der Job das ermöglicht. Nun gut. Zu mehr reicht es nicht, aber immerhin ist der Tisch gedeckt. Mein Tip: Einfach liegen bleiben. Der passende prokrastinierende Gedanke: „Auf der Arbeit merkt das eh niemand, dass ich nicht da bin.“ – Unpraktisch bei zwei-Mann Betrieben, aber ansonsten sicher anwendbar und durch Hartz4 abgesichert. Arno Dübel googeln. Sich freuen, was der Mann alles kann, aber nicht macht und dann ist auch schon wieder 18 Uhr und du kannst direkt liegen bleiben.

Soviel zum einfach liegen bleiben. Das war übrigens der Name des einzigen bisherigen Kapitels, das jetzt einen anderen hat, weil Kapitel eben … man braucht sie halt. Oder?

Naja. Weiter geht’s …