Das neue MySpace. Ein Erfahrungsbericht.

Das neue myspace. Ein Erfahrungsbericht.

Unglaublich, dass dieser einstige Riese wiederkommen möchte. Er war begraben. Unter tonnenschweren Userinterfaces, schlechtem Design und schlechter Führung. Jetzt hat jemand übernommen, der es scheinbar genau anders mag. Justin Timberlake scheint einen unglaublich guten Einfluss auf MySpace zu haben. Die Marke könnte wiederkommen. Warum? Screenshot und Test!

In meinem Test, direkt nach Freischaltung der neuen Funktionen und vor allem des neuen Designs, fühlt sich myspace gut an. Was daran jetzt gut ist, kann man schnell sehen. Erstens: Volle Optimierung für Touchscreens, also erstmal zukunftssicher bis Minority Report kommt. Zweitens: Unglaublich einfaches, klares Design und ein User-Interface ohne Schnickschnack. Schwer, das in einem gigantischen Ausmaß zu machen. Myspace wird immer gut aussehen, auch wenn die Chatfenster noch ein wenig von der Klarheit der Seite verschleiern. Es sei denn der User-Content ist unglaublich schlecht, aber da weiß der Designer von heute ja zu differenzieren. Drittens: Der Player funktioniert endlich und hat sich viel bei guten Playern abgeschaut, versteckt sich konstant am unteren Rand der Page als Overlay und Haupt-Navigation. Der Player ist das Herzstück der Seite, die ihren Schwerpunkt klar setzt: Musik. Kaum verwunderlich, wo Justin Timberlake die Fäden zieht, jetzt endlich auch konsequent. Das konnte man von keiner bisherigen myspace Version sagen.

Screenshot. Das Backend:

Hier sieht man, was man einstellen kann. Und das ist nicht gerade viel. Und das ist unendlich gut, denn mehr braucht es meist auch nicht. Heruntergebrochen auf die minimalsten Informationen und nicht die direkte Ausschlachtung derselben. Die Privatspähreeinstellungen sind klar strukturiert und übersichtlich. Zwei Optionen sind möglich: Privat, oder eben nicht. Das liest sich dann so: „“ Das einzige Manko bisher: Gruppen für verschiedene Zwecke. Wenn  myspace das noch liefert: Alles gut. Jeder kann also dein Profilbild und dein Hintergrundbild sehen. Das ist völlig ok. Wenn man das nicht will, sollte man keinem sozialen Netzwerk beitreten. Den Rest kann ich einstellen. Wenn ich einen privaten Account gemacht habe (der im Moment ist von meiner Band Hasteblood) werde ich dazu nochmal einen kleinen Schwung schreiben, oder es vergessen. Jedenfalls ist hier alles in Ordnung.

Nächster Screenshot. Das Backend für das Profil:

Wie man sieht, sieht man wenig. Und das ist auch gut so, denn die vielen Einstellungen bei allen anderen Seiten gehen einem so oder so nur auf den Geist. Myspace macht das völlig anders und entspannt erstmal die Lage. 150 Zeichen darf ich nutzen, um mich selbst darzustellen. Okay. Das reicht, wenn man gut zusammenfassen kann. Falls Sie das nicht können, fragen Sie mich. Ich bin Texter und habe das gelernt. Wieder zu myspace. Ein Edit Button in der Mitte für das Hintergrundbild. Einfach hochladen. Wie groß die Datei ist, ist myspace egal, denn das Bild wird auf die Breite skaliert, schneidet oben und unten dann allerdings ab. Bestenfalls speichern Sie in 16:9. Das sollte dann jedem Monitor zu Gute kommen. Dann noch die Einstellungen rechts. Erst die 150 Zeichen, dann, bei Musikprofilen, die Musikrichtung so wie auch die „Connections“. Das sind Verbindungen zwischen verschiedenen Profilen. Endlich nennt ein Netzwerk es Verbindung und nicht „Freunde“. Ein Dorn, der endlich aus dem Auge gezogen wird. Symbolisiert wird es ähnlich wie bei google+ mit zwei ineinandergreifenden Kreisen. Dann wird kurz angegeben woher man kommt und unter welcher homepage man sonst so zu erreichen ist. Außerdem kann man einen Profilsong (mit einer super einfachen Suchfunktion) eingeben und noch seine acht Lieblingsprofile angeben, mit denen man allerdings verbunden sein muss. Das war es. Save oder cancel? Ich sichere.

Das Frontend + die Suche im Screenshot:


Neben dem Backend gibt es natürlich das Frontend. Das sieht direkt mal fast genauso aus und bleibt dem Stil treu (siehe unten). Die Suchfunktionen sind schlicht, funktionieren bestens und mit den Pfeiltasten scrollt man das Bild nach rechts oder links, sollte man Touchscreen-frei leben, so wie ich. Die Suche gibt im Moment natürlich noch nicht so viele Ergebnisse aus, denn der Profile sind wenige. So suchte ich nach Menschen zwischen 20 und 30 in Krefeld. Nunja. Die Funktion fand eine Person in Düsseldorf und ein paar in Nijmegen, Holland sowie sehr viele in London. Nah ist anders, aber ich denke, dass das am fehlenden Content und wenigen Usern liegt. Hier funktioniert also eigentlich alles sauber und vor allem auch schnell. Wer die alte myspace Suche hasste, kann also beruhigt sein.

Screenshot. So schaut es dann live aus am Beispiel meiner Band Hasteblood (für den Stream scrollt man dann nach rechts):

Und so schaut das Ganze bei Lana del Rey aus (hier mal klicken für größere Ansicht):

Und so kann es bei einem privaten User aussehen, wenn man sich ansieht, mit wem er verbunden ist:

Ich kann nur sagen, dass mich das Design und das User Interface bisher überzeugt. Ob da noch was kommt, was sich total zerschießt, weiß ich nicht. Ein paar funktionen sind noch nicht integriert, wie z.B. kann ich als Band die Videofunktion noch nicht befüttern, aber das kommt mit Sicherheit noch.  Videos werden nämlich wunderbar in HD und Fullscreen abgespielt. Mit dem Overlay, welches die gesamte Zeit so oder so präsent ist. Super. Das neue myspace ist jedenfalls einen Blick wert und für viele Bands sicherlich die bessere, einfachere Alternative zu facebook oder google+, die sich beide in schwierigen Menüs und alterndem Code zurechtfinden wollen. Tot war der König, er darf wieder leben, wenn es nach mir geht! Myspace 3.0 ist da.  Konsequent, einfach, gut. Myspace kommt jetzt dort an, wo facebook in zwei Jahren nicht sein wird und ebnet sich den Weg in eine etwas geselligere Zukunft zwischen anderen Musikanbietern wie Spotify oder Deezer und eben den beiden großen Netzwerken facebook und google+. Nur eben mit der gesamten Bandbreite von Spartenmusik, die man sich wünschen kann. Herzchen an myspace 3.0.

Wer eine Einladung in das neue Netzwerk haben möchte, der schreibt mir bitte seine E-Mail. Ich darf 100 E-Mail Adressen einladen.

 

beste Grüße,
Stefan

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